Schiedsrichter im steuerlichen Abseits

Juni 2018

Wnukowo …. Watutinki … was sind das für Begriffe? Allenfalls können Sie aus einem steuerlichen Doppelbesteuerungsabkommen mit einem sehr entfernten Land stammen. Ist aber nicht der Fall, denn das sind Orte in Russland, wo gerade die Fußballweltmeisterschaft stattfindet. In Watutinki wurde für unsere Mannschaft alles auf Hochglanz poliert, damit die Spieler sich voll auf die Titelverteidigung konzentrieren können.

Der deutsche Schiedsrichter, der bei der WM zum Einsatz kommt, wird jedoch ganz andere Sorgen haben: Denn der Bundesfinanzhof zeigt mit seiner Entscheidung vom 20.12.2017 die rote Karte, da Schiedsrichter auf nationaler und internationaler Ebene selbständig und gewerblich tätig sind. Und obwohl sich die Schiedsrichter bei ihrer Berufsausübung körperlich betätigen, sieht der Bundesfinanzhof in ihnen keinen Sportler. Folglich sind deren Einkünfte in Deutschland nicht nur einkommensteuerpflichtig, sondern auch noch gewerbesteuerpflichtig unabhängig von den Regelungen in den jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen.

Genießen Sie die Spiele der Fußballweltmeisterschaft und haben Sie an der ein oder anderen Stelle Nachsicht mit unserem deutschen Schiedsrichter, der kein Sportler sein soll.

 

Ihre

Claudia Löwer

Steuerberaterin


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